Informationen zum World Handicap System

Das Handicap (bislang die Vorgabe) ist Ausdruck des Spielpotenzials eines Golfers und wird geführt, um die Spielstärke möglichst aktuell abzubilden. Die Regelinstanzen USGA und R&A haben das World Handicap System entwickelt, um alle bisherigen sechs unterschiedlichen Systeme in einem einzigen, weltweit gültigen zu vereinen, d. h. die Handicaps aller Spieler werden neu berechnet.

Statt EGA-Vorgaben gibt es nun einen World Handicap Index (WHI). Statt das erzielte Handicap nach vorgabenwirksamen Runden schrittweise herauf- oder herab zu setzen, wird zukünftig der WHI nach dem Durchschnitt berechnet. Dazu werden die besten 8 der letzten 20 Ergebnisse bewertet. Aus diesen 8 Ergebnissen wird der Durchschnitt ermittelt. Somit ist es sehr wahrscheinlich, dass der WHI vom bisherigen Handicap abweicht. Spieler mit der gleichen EGA-Vorgabe können einen unterschiedlichen WHI bekommen, da die 20 letzten Ergebnisse in der Regel von Spieler zu Spieler differieren. Vorgabenklassen mit Pufferzonen und Herauf- und Herabsetzungs-Multiplikanden entfallen in Zukunft. Die Berechnung erfolgt völlig unabhängig von der EGA-Vorgabe, allein auf Grundlage der erzielten Ergebnisse. Relevant sind hierfür alle vorgabenwirksamen Ergebnisse der letzten vier Jahre.

Spieler mit EGA-Handicap kleiner 26,5: Aus den bestehenden Stammblatteinträgen der vergangenen vier Jahre werden maximal die aktuellsten 20 Ergebnisse herangezogen, um den World Handicap Index zu berechnen. Spieler ohne Ergebnisse oder mit weniger als 20 Ergebnissen im Stammblatt erhalten ein zusätzliches fiktives Ergebnis, das einem Score-Differential in Höhe des letzten EGA-Handicaps entspricht, ein sogenanntes Ankerergebnis. Je geringer die Anzahl der Stammblatteinträge der letzten vier Jahre ist, desto gewichtiger ist das Ankerergebnis. Das Ankerergebnis wird immer als ältestes Ergebnis eingetragen und wird als erstes Ergebnis aus dem Stammblatt entfernt, sobald 20 erspielte Ergebnisse vorliegen.

Spieler mit EGA-Handicap 26,5 oder höher: Es gilt für alle Spieler mit EGA-Handicaps von 26,5 oder höher das identische Prinzip wie in den niedrigeren Vorgabenbereichen. Alleine beim Ergebnis kann es zu Abweichungen kommen. Wird der World Handicap Index auf Grund der Neukalkulation niedriger, als das EGA-Handicap, so erhält der Spieler den tatsächlich kalkulierten neuen Handicap Index. Wird der World Handicap Index auf Grund der Neukalkulation gleich oder höher des EGA-Handicaps ausfallen, so bekommt der Spieler einen World Handicap Index in Höhe des EGA- Handicaps. Viele Spieler haben innerhalb der letzten vier Jahre jedoch weniger als 20 Ergebnisse erzielt. In diesen Fällen werden die Handicap Indizes aus weniger als 8 Ergebnissen ermittelt.

Wer vor mehr als vier Jahren sein letztes vorgabenwirksames Turnier gespielt hat, für den ändert sich nichts.

Mit dem Score Differential kommt der CSA- oder CBA-Wert zurück. Er sorgt für die notwendige Anpassung an die Verhältnisse des Tages auf dem Platz und nennt sich zukünftig Course Rating-Korrektur (PCC). Diese Korrektur kann zwischen -1,0 und +3,0 liegen. Die CR-Korrektur wird allerdings nur für Handicaps bis 26,4 berücksichtigt, anders als CSA und CBA früher, die für alle Turnierteilnehmer gleichermaßen angesetzt wurden.

Vorgabenwirksame Runden außerhalb von Turnieren wurden bislang als Extra Day Score oder EDS-Runden gespielt. Das wird weiterhin möglich sein, nur ändert sich der Name in „registrierte Privatrunden“ oder RPR. Im World Handicap System können auch Spieler mit einem Handicap Index von 4,4 oder besser Handicap relevante Privatrunden spielen und an 9-Löcher-Turnieren teilnehmen.

 

Quelle: DGV

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